Neue Bezahlmodelle in der Pflege

Für die Finanzierung der Infrastruktur benötigen stationäre Pflegeeinrichtungen Investitionsmittel. Angesichts zunehmender Kapitalengpässe für die Ausstattung der Häuser – von der Küche bis zum Bewohnerzimmer – kommen neben der Anschaffung immer öfter auch alternative Finanzierungsformen zur Anwendung. Die neuen Bezahlmodelle sollen die Eigenkapitalbasis schonen und die Gesamtkosten der Investition über die gesamte Lebenszeit genauer planbar machen. Funtkioniert das?

Kaufen, leasen – oder mieten?


Wenn bei Neubauprojekten oder bei Ersatzbeschaffungen für in die Jahre gekommene Investitionsgüter wie zum Beispiel Pflegebetten ein Investitionsbudget zur Verfügung steht, dann können diese Anschaffungen in der Folge steuerwirksam abgeschrieben werden.

Als Alternative zum Kauf greifen die Betreiber verstärkt auf die Möglichkeit der Finanzierung über einen Leasingvertrag zurück. Dieser bietet den Vorteil, dass die Leasingrate sofort als Betriebsausgabe gegen die Einnahmen abzugsfähig ist. Nach Ende der entsprechenden Vertragslaufzeit wird das Eigentum der finanzierten Investitionsgüter dann oft zum Restwert übernommen.

Neben diesen klassischen Finanzierungsformen kommen verstärkt auch Angebote auf den Markt, die die tatsächliche Nutzung der Einrichtungsgegenstände im Fokus der Refinanzierung haben. Sogenannte Pay-per-Use- oder Mietmodelle haben nicht nur den Vorteil, dass der Einsatz größerer Kapitalbeträge vermieden werden kann. Zusätzlich können auch die Kosten für eventuell notwendige Wartungen oder Upgrades der Anschaffungen direkt in diesen Finanzierungsvereinbarungen enthalten sein.

Die „Total Cost of Ownership“


Vorteil solcher Mietmodelle ist, dass sich die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) für die Betreiber besser kalkulieren lassen. Im Bereich der Krankenhausfinanzierung etwa kommen Pay-per-Use-Modelle bereits immer stärker zum Tragen. Gerade kapitalintensive Anschaffungen wie z.B. Hochleistungs-Computertomographen oder MRTs werden zunehmend nicht kapitalfinanziert – also gekauft – sondern ihr Einsatz wird über die Einzelnutzung abgerechnet.

Auch im Bereich der institutionellen Pflege gibt es solche Angebote neuerdings. Innovative Mietmodelle ermöglichen den Betreibern den Einsatz stets neuer Technologien, ohne dafür im Vorfeld Kapital einsetzen zu müssen. Der Betreiber zahlt lediglich einen monatlich gleichbleibenden Betrag, hat aber die Möglichkeit, während dieser Laufzeit gemietete Gegenstände gegen andere neuere Technologie zu tauschen, ohne dass sich die Miete ändert.

Frank Bennet, geschäftsführender Gesellschafter des Finanzierungs-Spezialisten VPL Leasing, erläutert: „Wir wissen, dass viele Betreiber über nur begrenzte Budgets verfügen, jedoch stets moderne Infrastruktur vorhalten wollen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Hierfür bieten sich zum Beispiel 6-jährige Innovations-Mietverträge an, die nicht nur bereits Wartung zum festen Preis beinhalten, sondern dem Kunden auch das Recht geben, nach 3 Jahren das Mietobjekt gegen die dann neueste Technologie zu tauschen.“

Dem Wettbewerb voraus – ohne Kapitalbindung


Der Betreiber einer Pflegeeinrichtungen hat durch dieses Modell eine höhere Planungssicherheit bei zugleich geringerer Kapitalbelastung. Denn erstens ist die „Cost of Ownership“ bei Vertragsschluss unmittelbar für den gesamten Investitionszeitraum transparent. Zweitens wird kein Eigenkapital in der Anschaffung gebunden, sondern die Raten sind unmittelbar als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Vor allem sichert das Modell den teilnehmenden Pflegeeinrichtungen einen Innovationsvorsprung, wie bock-Geschäftsführer Meinolf Köhn betont: „So hat der Betreiber immer die neueste Qualität zum gleichen Preis. Dieser Aspekt war für uns ausschlaggebend, so dass wir neue Produkte wie etwa SMART Care Control künftig ebenfalls per Mietmodell anbieten.“

Bei klassischer Finanzierung (Kauf) muss eine Investition über viele Jahre abgeschrieben werden, obwohl sie möglicherweise bereits veraltet sei, so Köhn. Gerade bei innovativen Technologien zur Verbesserung und Vereinfachung von Pflegeprozessen wie z.B. der Digitalisierung des Pflegebetts, schreite die Technik in riesigen Schritten voran. Die neuen Mietmodelle bieten Pflegeeinrichtungen jetzt erstmals die Möglichkeit, kontinuierlich und mit geringem Kapitaleinsatz an diesem technischen Fortschritt teilzunehmen.



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