Fordern und fördern

Dass Handlungsbedarf im Themenfeld Altenhilfe besteht zeigt auch die Vielzahl adressierbarer Fördergeld-Töpfe. Im Dschungel einer fünfstelligen Anzahl möglicher Förderquellen den Überblick zu behalten fällt naturgemäß schwer. So schwer, dass manche Töpfe weitgehend ungenutzt bleiben, weil die Wege dorthin gar zu undurchschaubar sind. Man fragt sich also: Wo beginnen, wie vorgehen? Wir weisen den Weg.

Altenhilfe ist ein klassisches Beispiel einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung. Und damit ein Thema, in dem sich das Attribut ‚sozial‘ besonders erkennbar zur Marktwirtschaft gesellen darf, damit es gut werden kann. Folgerichtig unterstützen unterschiedlichste Körperschaften Projekte und Initiativen, die dem Gelingen dieser Aufgabe dienen. Weiteren Förderwillen erzeugt die Erkenntnis, dass der Innovationsweltmeister Deutschland gerade beim zentralen Zukunftsthema ‚Digitalisierung‘ hinterherhinkt: Gerade mal auf Platz 31 rangieren wir hier.

Ideale Voraussetzungen also, um die gerade für die Pflege so wichtigen Entlastungen durch sinnvolle Digitalisierung in Angriff zu nehmen. Denn hier kommen die Fördergründe Digitalisierung des Mittelstands, Entwicklung und Anwendung innovativer Medizintechnik und Bewältigung und Gestaltung des demographischen Wandels zusammen…

Wer fördert?

Spontan denken wir beim Thema Förderung an die EU, an Bund und Länder. Aber auch Stiftungen, die Privatwirtschaft und vermögende Einzelpersonen fördern ganz unterschiedliche Bereiche, die direkt oder indirekt mit Altenhilfe zu tun haben. Dazu kommen kirchliche Organisationen und solche wie die Deutsche Fernsehlotterie oder der Lottofonds – und viele andere mehr.

Was wird gefördert?

Bei Förderungen der Öffentlichen Hand hat eine Umorientierung von der Schließung stationärer Versorgungslücken hin zur Unterstützung von Innovation und Ausbildung stattgefunden. Auf der Suche nach Fördermitteln lohnt es sich aber auch, über den thematischen Tellerrand zu schauen: In Themen wie der Digitalisierung sind auch Förderprojekte interessant, die nicht ausdrücklich der Altenhilfe oder dem Sozial- und Gesundheitsbereich gewidmet sind. Auch andere innovative Maßnahmen und die Ziele der Energiepolitik werden gefördert. Nicht förderfähig sind allgemein durch das staatliche Sozialsystem finanzierte bzw. regelfinanzierte Maßnahmen, aufgelaufene Unterdeckungen oder bereits umgesetzte Projekte.

Wo informieren?

Die schlechte Nachricht zuerst: Es gibt nicht die eine Adresse, hinter der sich ein Sesam-öffne-dich der Förderlandschaft verbergen würde. Vertraut man die Frage nach Wegen im Förderdschungel einer Web-Suchmaschine an, stößt man auf eine Vielzahl von Informationen, die man aber ‚zu Fuß’ abarbeiten und auswerten muß.

Immerhin eine Suchfunktion bieten die Förderdatenbank des Bundes (http://www.foerderdatenbank.de), die auch Länder- und EU-Programme enthält, oder die Datenbank des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen (https://stiftungen.org). Beide erheben angesichts der fünfstelligen Zahl von Förderprogrammen allein in Deutschland allerdings, wie gesagt, keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Geht’s in Ihrem Projekt um Innovation oder Forschung, kommt die Förderberatung des Bundes mit dem Portal www.foerderinfo.bund.de in Betracht. Hier finden sich auch die Rufnummern telefonisch erreichbarer Förderberater und ‚-lotsen’.

Auf bestimmte Themen spezialisierte Verzeichnisse bieten zum Beispiel Förderbanken wie die KfW (www.kfw.de), die Energieversorger oder die Industrie über die Websites ihrer Verbände.

In der Suchmaschinen-Ergebnisliste findet sich auch der Verband der bayerischen Wirtschaft (vbw), der mit einer bezahlten Anzeige für seine Beratungsleistung in Sachen EU-Fördermittel im Programm ‚Horizont 2020’ wirbt. Wählt man die angegebene Telefonnummer, wird man bei konkreten Fragen allerdings freundlich an Branchenverbände weitergereicht – ans Förder-Ziel einer für ein kleines oder mittleres Unternehmen aus dem Bereich der Altenpflege kommt man hier ebenfalls nicht unmittelbar.

Recht komfortabel kommen oft (teils) kostenpflichtige Services wie www.foerderdata.de daher. Ist der Zugriff auf hinterlegte Förderprogramm-Infos hier noch kostenlos, werden für konkrete Mandatierung – im Falle foerderdata geht’s, wie erst auf den dritten Blick klar wird, speziell um das Thema Heizung – Gebühren fällig.

Braucht man spezialisierte Fördermittel-Berater?

Für komplexe oder umfangreiche Projekte empfehlen professionelle Fördermittelberater ihre Dienste. Ein Berufsverband, der BvdFB, bietet eine Berater-Suchmaschine an, die je nach Region und Förderthema Berater ausweist (www.bvdfb.de). Ob mit dem Suchresultat allerdings auch eine Qualitätsaussage zur Beratungsleistung verbunden ist, bleibt unklar. Manch größere Fördermittelberater wie etwa die Düsseldorfer PNO treten ohne Mitgliedschaften oder Zertifikate an, andere Berater wie Univargo bewerben ihre Fördermittelberatung, sind aber als allgemeine Unternehmensberatung aufgestellt und möchten ggf. auch breiter mandatiert werden. Ist eine solche Unternehmensberatung vom Bundesamt für Wirtschaft (www.bafa.de) anerkannt, kann auch deren Beratungsleistung mit 50% bis 80% bezuschusst werden.

Hilfreich bei der Orientierung sind auch Blogs wie der von Berater Thorsten Schmotz, der sich auf Fördermittelberatung für gemeinnützige Organisationen spezialisiert hat (https://blog-foerdermittel.de). Schmotz listet eine Vielzahl von Links auf und erläutert interessante Zusammenhänge.

Was geht, was eher nicht?

Wenn Sie in Betracht ziehen, sich auf eigene Faust auf den windungsreichen Weg an die Fördertöpfe zu begeben: Gute Chancen haben naturgemäß Vorhaben, die möglichst deckungsgleich dem politischen Willen der fördernden Regierung oder der Satzung der fördernden Körperschaft bzw. der Ausschreibung im Einzelfall entsprechen. Schauen Sie genau hin, wenn Sie ein Förderprogramm auf Passung prüfen: Der oft erhebliche Antragsaufwand ist für die Katz’, wenn ein Kriterium übersehen oder falsch bewertet wurde – in aller Regel erfolgen dann wenig erhellende Ablehnungsbescheide.

Apropos Erhellung: Manche Fördergeber beraten Interessenten im Vorfeld und helfen beim Antrag, so zum Beispiel der Bund im Bereich Forschung und Entwicklung (www.foerderinfo.bund.de). Auch die EU macht Beratungsangebote, aber hier herrscht leider Kleinteiligkeit: Jedes Programm hat eigene, oft assoziierte Ansprechpartner, die jeweils regional unterschiedlich aufgestellt sein können.

Wie beantragen?

Regularien, Weg und Form der Fördermittelbeantragung werden in Merkblättern, deren Inhalte meist auch online zugänglich sind, beschrieben; hier am Beispiel der Digitalisierungsförderung des Landes Hessen für kleine und mittlere Unternehmen (https://www.digitalstrategie-hessen.de/digi-zuschuss). Der Bund hilft mit dem online-Tool easyonline bei der Antragsarbeit (https://foerderportal.bund.de/easyonline/) für seine Programme.

Zum Beispiel

Last, not least wollen wir noch einige speziell für das Umfeld innovativer Ansätze in der  Altenpflege relevante Förderthemen nennen. Lesen Sie mal rein; oft verbergen sich im Text interessante Möglichkeiten, die in der Überschrift noch nicht erkennbar werden:


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