Intelligente Sensorik für die Pflege - Vom Babyfon zum smarten Bett

Informierten über Einsatzmöglichkeiten der intelligenten Sensorik in der Pflege (v. l.): Matthias Vinnemeier (Referent für Innovation und Digitalisierung, pro Wirtschaft GT), Dr. Stefan Kettelhoit (Geschäftsführer, Hermann Bock GmbH), Willi Keckstein (Geschäftsführer, GigaSysTec GmbH), Karsten Glied (Geschäftsführer, Techniklotsen GmbH), Uwe Borchers (Geschäftsführer, Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft (ZIG) OWL).

Wie kann intelligente Sensorik sinnvoll Einzug in die Pflege erhalten? Dieser Frage widmete sich die von der pro Wirtschaft GT organisierte Veranstaltungsreihe Innovations.Kreis.GT bei der Hermann Bock GmbH in Verl. Moderator Uwe Borchers, Geschäftsführer des Zentrums für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG OWL) begrüßte die knapp 50 Teilnehmer zum Thema ‚Intelligente Sensorik für die Pflege - Vom Babyfon zum smarten Bett‘.

Dr. Stefan Kettelhoit, Geschäftsführer der Hermann Bock GmbH erläuterte, dass es in der Pflege vor allem um die Frage ginge, wie Pflegekräfte bei der Pflege mehr Zeit für die Zuwendung zum Menschen gewinnen können. Hier setzt das von der Hermann Bock GmbH und der GigaSysTec GmbH über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren entwickelte SMART Care Control-System (SCC) an. Dieses speichert Technik- und Sensordaten automatisch, stellt sie pseudonymisiert der Pflegedokumentation zur Verfügung und entlastet Pflegekräfte so effektiv bei der Dokumentation der Pflege. „Wir müssen uns von dem Gedanken frei machen, dass Pflege mit dem Lebensende gleichzusetzen ist“, betont Kettelhoit. „Pflegebedürftigkeit erstrecke sich zumeist über viele Jahre und nicht nur deshalb müsse mehr Zeit für die Zuwendung zum Menschen geschaffen werden.“ Willi Keckstein, Geschäftsführer der GigaSysTec GmbH, war vor knapp 30 Jahren Mitentwickler des internationalen DECT-Funkstandard bei Siemens und entwickelte somit die Basis für das SCC. Der DECT-Funkstandard liefert eine robuste und sichere Funklösung für Industrie- und Medizinapplikationen im weltweit geschützten DECT-Frequenzband und stelle somit eine geschützte Datenübertragung sicher.

Karsten Glied, Geschäftsführer der Techniklotsen GmbH stellte im Anschluss sein persönliches Credo vor: „Mehr Hände ans Bett; mehr Arbeit am Menschen!“ Mit dem SCC gelinge es ganz hervorragend, Daten innerhalb kurzer Zeit zu analysieren und in eine konkrete Handlungsempfehlung umzuwandeln. Dies trage enorm dazu bei, dass Pflegekräfte entlastet würden. Und auch in der ambulanten Altenhilfe könne das Sammeln von Informationen zu Vorteilen führen. „Beispiel Dekubitus-Patienten: Bei diesen Patienten wird alle zwei Stunden die Körperposition gewechselt. Doch wer sagt der Pflegekraft, dass der Familienangehörige den Patienten nicht schon vor einer halben Stunde gedreht hat? Es kommt hier also auf eine gute Informationsvermittlung und –übertragung an sowie auf eine gute Abstimmung aller Beteiligten. Auch hierfür bietet das entwickelte SCC eine sehr gute Grundlage“, so Glied.

Matthias Vinnemeier, Referent für Innovation und Digitalisierung bei der pro Wirtschaft GT fasste zusammen: „In der Pflege führt bei der Dokumentation kein Weg mehr an der digitalen  Informationsübermittlung vorbei, denn Daten können in diesem Fall Leben retten. Der SCC ermöglicht es den Pflegekräften den Menschen selbst bei der Pflege wieder mehr Zeit zu widmen“.


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